WINTERWANDERUNG IN DEN DOLOMITEN
Zwei Wege ins stille Herz des Naturparks Fanes-Sennes-Prags
Am Talschluss von Pederü beginnt der Winter in seiner schönsten Form. Zwei Wege führen hinein in den Naturpark Fanes-Sennes-Prags: in die offene Weite von Fanes oder auf das sonnige Hochplateau von Sennes. Klare Bergluft, beeindruckende Dolomitenwände und gemütliche Hütten machen diese Touren zu genussvollen Wintererlebnissen – Schritt für Schritt, ganz im eigenen Rhythmus.
ANREISE:
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Mit dem PKW: Von St. Vigil im Gadertal führt die Straße rund 15 Minuten durch das Rautal bis zum großen, gebührenpflichtigen Parkplatz beim Berggasthof Pederü. Die Straße ist im Winter gut geräumt, bei starkem Schneefall sind Winterausrüstung bzw. Schneeketten empfehlenswert.
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Mit dem Bus: Ab St. Vigil verkehrt eine Busverbindung direkt bis zum Berggasthof Pederü. Besonders in der Wintersaison ist dies eine entspannte Alternative zum eigenen Auto – ankommen, aussteigen, losgehen.
1. Winterwanderung zur Faneshütte & Lavarellahütte
- Start & Ziel: Berggasthof Pederü (1.548 m), Rautal bei St. Vigil in Enneberg
- Höchster Punkt: 2.060 m (Faneshütte)
- Tourenart: Streckenwanderung (mit Rodel-Option für den Rückweg)
- Schwierigkeit: mittel, gute Grundkondition erforderlich
- Wegbeschaffenheit: präparierter Winterwanderweg auf ehemaliger Militärstraße, breite Forststraße
- Ausrüstung: feste, wasserdichte Winter- oder Trekkingschuhe, ggf. Grödel bei eisigen Bedingungen, Wanderstöcke
- Höhenmeter & Strecke: ca. 520 Höhenmeter, rund 7 km pro Richtung
- Reine Gehzeit: ca. 2-2,5 Stunden pro Richtung
- Beste Zeit: Dezember bis März, bei stabiler Schneelage
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Einkehrmöglichkeiten:
– Faneshütte (2.060 m)
– Lavarellahütte (2.042 m, eigene kleine Hochgebirgsbrauerei)
2. Winterwanderung zur Sennes-Hütte
- Start & Ziel: Berggasthof Pederü (1.548 m), Rautal bei St. Vigil in Enneberg
- Höchster Punkt: 2.126 m (Sennes-Hütte)
- Tourenart: Streckenwanderung (Rückweg über gleiche Route oder Variante über Fodara Vedla möglich)
- Schwierigkeit: mittel, anfangs steiler Anstieg
- Wegbeschaffenheit: präparierte Militärstraße mit Serpentinen, Waldabschnitte, offene Hochfläche
- Ausrüstung: feste, wasserdichte Winter- oder Trekkingschuhe, ggf. Grödel bei eisigen Bedingungen, Wanderstöcke
- Höhenmeter & Strecke: ca. 680 Höhenmeter, rund 6,5 km pro Richtung
- Reine Gehzeit: ca. 2–2,5 Stunden pro Richtung
- Beste Zeit: Dezember bis März, bei guter Schneelage
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Einkehrmöglichkeiten:
– Sennes-Hütte (2.126 m)
(Hinweis: Fodara Vedla ist im Winter geschlossen)
PEDERÜ – AM ENDE DER STRASSE BEGINNT DIE STILLE
Es gibt Orte, an denen der Winter nicht laut ist, sondern würdevoll. Pederü ist so einer. Auf 1.548 Metern, am Talschluss des Rautals, beginnt eine Landschaft, die sich im Winter auf das Wesentliche reduziert: Schnee, Fels, Licht.
Von St. Vigil im Gadertal fährt man rund 15 Minuten zum Berggasthof Pederü. Ein großer Parkplatz markiert das Ende der Straße – und den Anfang der Möglichkeiten. Schneeschuhwanderer, Skitourengeher und Winterwanderer starten hier gleichermaßen in das UNESCO-Welterbe der Dolomiten.
Und wer sich nicht entscheiden möchte, muss das auch nicht: Im Berggasthof Pederü kann man übernachten – gemütlich, alpin und mitten im Naturpark. So wird aus einer Tour ganz entspannt ein Winterwochenende. Erst Fanes, am nächsten Tag Sennes. Oder umgekehrt.
Auch oben, auf den Hochflächen, bleibt man gern länger. Faneshütte, Lavarellahütte und Sennes-Hütte empfangen ihre Gäste auch im Winter. Wenn am Abend Ruhe einkehrt und draußen die Kälte die Schneekristalle zum Glitzern bringt, wird aus der Einkehr ein Rückzugsort – besonders für jene, die am nächsten Morgen mit Tourenski in die umliegenden Gipfel aufbrechen möchten.
INS HOCHTAL VON FANES
Der präparierte Winterwanderweg führt sanft ansteigend taleinwärts. Zwischen imposanten Dolomitenwänden öffnet sich Schritt für Schritt das Hochtal von Fanes – eine weite, fast nordisch anmutende Winterlandschaft, eingerahmt von den markanten Gipfeln der Fanesgruppe. Die Route folgt großteils der alten Militärstraße aus dem Ersten Weltkrieg, heute ein angenehm gleichmäßiger Anstieg. Nach etwa 2,5 Stunden erreicht man die Hochfläche auf rund 2.000 Metern Höhe.
Kurz vor dem Ziel teilt sich der Weg:
Zur Faneshütte (2.060 m) oder zur Lavarellahütte (2.042 m). Beide liegen nur wenige Gehminuten voneinander entfernt und wirken im Winter wie kleine Inseln aus Holz und Wärme inmitten der weißen Weite. Die Lavarellahütte ist für ihre kleine, hochgelegene Brauerei bekannt – ein Detail, das Kenner schätzen. Die Faneshütte überzeugt mit klassischer Südtiroler Hüttenatmosphäre. Welche Einkehr man wählt, ist am Ende eine Frage der Stimmung.
Ein besonderes Vergnügen wartet beim Rückweg: Bei beiden Hütten können Rodeln ausgeliehen werden. Die Abfahrt zurück nach Pederü ist lang, aussichtsreich und macht den Abstieg zu einer überraschend schnellen Angelegenheit.
HINAUF ZUR SENNES-HOCHEBENE
Die zweite Option beginnt direkt beim Berggasthof und fordert zunächst etwas mehr Kondition. In gleichmäßigen Serpentinen windet sich die steile Militärstraße bergauf. Der Rhythmus ist konstant, die Stille intensiv. Mit zunehmender Höhe lichtet sich der Wald, Latschen und freie Flächen prägen das Bild. Nach etwa 2 bis 2,5 Stunden erreicht man die Sennes-Hütte (2.126 m) – aussichtsreich gelegen auf der weiten Sennes-Hochfläche. Hier oben wirkt die Landschaft fast archaisch: sanfte, verschneite Almböden und darüber die schroffen Felsformationen der Dolomiten. Die Weite beeindruckt, ohne dramatisch zu sein.
Auch an der Sennes-Hütte können Rodeln ausgeliehen werden. Die Abfahrt verlangt jedoch Erfahrung: Vor allem der untere Abschnitt über die steilen Serpentinen ist anspruchsvoll und nur für geübte Rodler zu empfehlen.
Für einen stilleren Ausklang empfiehlt sich der Rückweg über Fodara Vedla (1.972 m). Tief verschneit schmiegen sich die Holzhütten und die kleine Kapelle in die weiße Landschaft. An sonnigen Wintertagen liegt hier eine fast meditative Ruhe, bevor der Weg langsam zurück ins Tal führt.
Hinweis von Marika: Mehr zur Route findet sich in meinem Wanderführer „Wanderzeit in Südtirol“. Die dort beschriebene Sommerwanderung (Tour 6) lässt sich bei guten Bedingungen auch im Winter auf gleicher Strecke begehen.
Fodara Vedla auf 1.972 Metern ist ein lohnender Abstecher auf dem Rückweg – ein kleines Ensemble aus Holzhäuschen und Kapelle, tief verschneit und still wie ein Wintermärchen. Die Hütte selbst befindet sich in der Wintersaison im Winterschlaf, was der stillen Atmosphäre dieses Ortes nur noch mehr Ruhe verleiht.
NATURPARK FANES-SENNES-PRAGS
Beide Touren führen durch den Naturpark Fanes-Sennes-Prags, Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Dolomiten. Die Region ist bekannt für ihre Hochplateaus, markanten Felsformationen und die kulturhistorische Bedeutung als Schauplatz alter ladinischer Sagen.
Im Winter zeigt sich diese Landschaft von ihrer ruhigsten Seite. Keine Betriebsamkeit, keine Eile – nur das Knirschen unter den Schuhen und das Licht, das an klaren Tagen die Felswände beinahe golden erscheinen lässt.
Ob ins weite Hochtal von Fanes oder hinauf auf die Sennes-Hochfläche – beide Wege führen in eine winterliche Hochgebirgslandschaft von besonderer Klarheit. Die Anstiege sind fordernd, aber gut machbar. Und vielleicht liegt der wahre Luxus darin, hier oben Zeit zu haben. Für zwei Tage. Für beide Touren. Für dieses unbeschreibliche Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.
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Published: 2026 | Last Updated: 22.02.2026



